Irrfahrt eines Nixenforschers
Ein szenisches Konzert
Premiere: 6. Juli 2005, Blauer Saal Zürich
Nixen – halb Frau, halb Fisch – sind Phantasiegebilde. Es sind vorwiegend Männer, die seit mehr als 2000 Jahren immer wieder neue Worte, Bilder und Klänge suchen, die um Nixen kreisen und eine tiefe Sehnsucht zum Ausdruck bringen: Die Sehnsucht nach Verschmelzung mit einem geliebten Wesen und gleichzeitig die Angst vor dem Ich-Verlust, den diese Verschmelzung mit sich brächte. Von dieser Sehnsucht, die übrigens nicht nur Männer umtreibt, handelt das szenische Konzert.
Ein Dämonologe zieht aus, um die sagenhaften Nixen zu suchen. Trotz tadelloser Vorbereitung gerät sein Forschungsprojekt jedoch zu einer Irrfahrt, als er unterwegs auf drei Musikerinnen trifft: Um den Forscher klingt Sirenen-Musik, in ihm schwirren Nixen-Worte, und er verfängt sich im Netz seiner Phantasie. |
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Programm
TEXT
Homer (8. Jh. v. Chr.):
Odyssee
Franz Kafka (1883–1924):
Das Schweigen der Sirenen
Isidor von Sevilla (6. Jh. n. Chr.):
Etymologiae
Enn Vetemaa (*1936):
Die Nixen von Estland
Robert Walser (1878–1956):
Sirene
MUSIK
Daniel Schnyder (*1961):
Sonate für Flöte und Klavier: 2. Satz (A travers
les ondes élastiques de l’atmosphère)
Claude Debussy (1862–1918):
aus Préludes 2ème livre pour piano: Ondine
Hieronymus Schädler (*1956):
Aus dem Buch der Wellen
Friedrich Silcher (1789–1860):
Die Lorelei
Béla Bartók (1881–1945):
aus Suite op. 14 für Klavier: Allegro molto
Clara Schumann (1819–1896):
Die Lorelei
Daniel Schnyder (*1961):
Sailing für Flöte
Daniel Schnyder (*1961): Melusine für Flöte und Klavier
Robert Schumann (1810–1856):
Die Lorelei
Franz Schubert (1797–1828):
Der Fischer
Joseph Haydn (1732–1809):
The Mermaid
Mitwirkende
Sängerin: Martina Bovet
Flötistin: Claire Genewein
Pianistin: Stefi Spinas
Schauspieler: Mathias Wendel
Regie: Nelly Bütikofer
Dramaturgie: Kathrin Siegfried
Kanginstallation: Hieronymus Schädler
Technik: Regina Meier
Produktion: Ensemble Miroir |